Schaafheimer Zeitung vom 28. August 2003
Zur Scheffemer Kerb 2003 woar alles kloor!
Schaafheim. Die Scheffemer Kerb ist vorbei. Mit dem Abschied vom Kerbstoffel 2003, am Dienstagabend am Heckenrand des Festplatzes ist nun für ein Jahr wieder Ruh. Der Auftaktsieg des AV gegen die Sportfreunde von Einigkeit Damm macht Mut zum Ringen aber auch zum Arbeiten. Es war schon ein hartes Stück Vergnügen die Kerb über drei Tage am Leben zu erhalten. Der Auftaktsieg gegen die Dämmer tat auf jeden Fall gut und schnell war auch Florian Wedel beim seinem Schultersieg nach 30 Sekunden Ringerzeit. Für einen spannenden Sportabend sorgten die Ringelakteure des Abends. Vor dem letzten Kampf stand es einen halben Punkt (14,5 : 14) zu Gunsten des Gastgebers. Mit Bruno Zöld sicherte sich der AV den Auftakt der Saison 2003 / 2004.
Später bei gemütlicher Runde trafen auch einzelne Gruppen von Kerbburschen ein und hielten Ausschau nach den Kameraden.
Kerbburschentreffen
Recht aktiv nach alter Sitte waren die Kerbburschen wieder zu Treffs zusammengekommen. Prägnante Treffs waren dieses Jahr die Tulwe mit dem Wirt Plus, das Cafe Kreher, dem La Luna und dem Frankfurter Hof. Ins Freie hat der Wirt der Tulwe seinen Ausschank verlegt, um alle Kerbburschen bewirten zu können. Da war am Lindenplatz Stimmung angesagt und wer nicht gerade Krank war, der war da. Recht unverständlich sind ja die Kerbsprüch, die in reinen Salven im Gleichklang von den Kerbburschen abgedroschen werden. Es müssen unangenehme Worte sein, denn sonst könnte man sie auch langsam und verständlich vorgetragen. Ca 8 Kerbburschen – Jahrgänge waren am Freitagabend in Schaafheimer Gaststätten unterwegs.
Kerbburschenvorstellung
Mit den Original
Bessenbachtaler Musikanten lief der erste Kerbtag doch schleppend an.
Erst mit der Dunkelheit füllte sich das Zelt und die Kleinostheimer
Musik konnte was für die Stimmung tun. Die richtige Atmosphäre stieg
mit dem Zeitpunkt der Kerbburschenvorstellung. Neugierde steht jedes
Jahr wieder im Raum, denn jeder will doch wissen, wer sind die neue
Kerbborsche und wer ist der Kerbvadder. Unter der Musik und dem Ruf,
"Die Scheffemer Kerb, die Scheffemer Kerb, die Scheffemer Kerb ist do"
und damit marschierten sie ein die Kerbborschen 2003. Der Jahrgang muss
kräftig sein, denn die Mädchen mussten nicht einspringen. Der
Kerbvadder war kein geringerer als der Vorsitzende des Gewerbevereins
und Gärtnermeister Reinhard Trippel.
Mit dem Kerbburschendasein
geben die Mütter mit einem Tanz den jungen Burschen für drei Tage frei.
Inwieweit dies im Elternhaus gehandhabt wird ist natürlich jedem selbst
überlassen. Auf jeden Fall haben die Burschen alle einen großen Durst
und deswegen immer die Flasche in der Hand. Genächtigt wird in einer
gemeinsamen Unterkunft, denn es gilt der Wahlspruch, einer für alle und
alle für einen. Bilder zu den Vorstellungen auf Seite 14 unserer
heutigen Ausgabe.
Zeltgottesdienst zur Kerb 2003
Mit einem guten Besuch feierte Schaafheim einen zünftigen Gottesdienst.
Ca. 350 Besucher erfreuten sich der schönen Predigt von Pfarrer Hucke
mit 3 Mauschelfragen zum Thema Leuchtturm am Meer. (Bild 1 unserer
Impressionen auf Seite 14.) Es gibt viele Gründe wozu man einen
Signalturm braucht. Ihn zu erkennen und zu deuten liegt bei uns. Die
Kollekte sammelten die Kerbburschen im Strohhut ein. Musikalisch
begleitet haben die Bläser des Posaunenchores des Festzeltgottesdienst.
Frühschoppen und Mittagstisch
Einen besseren Start zu einem festlichen Frühschoppen kann man sich
nicht vorstellen als mit den Kirchenbesuchern den Tag zu beginnen. Von
anderen Kerben ist bekannt, dass es Zeit dauerte bis einige Tische mit
Besuchern gefüllt waren. Einige ältere Besucher mit Problemen beim
Stehen vermissen den Service der Bedienung und klagen über langes
Anstehen. Das Angebot der Metzgerei Gruber war gut sortiert und für
jeden war was dabei.
Kerbumzug und Kerbspruch
Keine Mühen haben die Kerbburschen beim Umzug gescheut und den Zug nach
altem Brauch durch Schaafheims Ortskern fahren lassen. Wenn sie auch
nicht traubendick am Straßenrand standen, war das Interesse doch
vorhanden. Unter Kerbvadder Reinhard Trippel war eine saubere Kerb das
oberste Ziel. Die Weinflasche wurde gefunden und somit konnte getrost
ins Zelt gezogen werden. Größere Stopps des Zuges erlebten die
Festbesucher an der "Tuiwe" einem markanten Punkt in der jüngsten
Kerbgeschichte. Am Zelteingang wurden die Kerbburschen mit Kerbvadder
Reinhard Trippel dann von Bürgermeister Reinhold Hehmann und Gattin
Ingeborg empfangen.
Kerbspruch, vorgetragen von Daniel Rauschenberger
Aus dem Kerbspruch war zu entnehmen und festzustellen, dass im letzten
Winter in Schaafheim kein Schnee gefallen ist und man auf die gekommen
ist in Langstadt Schnee selbst zu machen. Das Erlebnis mit dem Bus in
Berlin, bei dem die Warnanlage auslöste hatte viele Ohren. Beiläufig
sind Bäuche anderer Bürger auch diskussionswürdig und wenn die
Handballer bei der Konkurrenz mitwirken ist das ein sportlicher
Austausch. Die Hütt muss abgerissen werden, war die einstimmige Meinung
der Kerbburschen, die vom Kreisbauamt im Jagdbereich des Schaafheimer
Waldes für illegal gebaut erklärt wurde.
Was des anderen Schaden
ist den Kerbburschen ein Punkt zum Meckern. Ein neues Tor schmückt den
TV Eingang jetzt. Spektakel im Umkleidebereich des Schwimmbades. Ein
Badegast findet seine Umkleidekabine nicht mehr und hat somit ein
Problem. Nachtragend und traurig sind die Kerbburschen über den Abzug
des Schaafheimer Norma - Marktes, der aus personellen und
Geschäftsstellenlage Mühle auf und Mühle zu spielte. Anspielungen auf
die Maintaler Bürgermeisterin, die den Stadtseckel strapazierte, sind
zwar schon ausgestanden, aber das Echo hallt nach. Immer wieder Thema
im Kerbspruch ist die Ortskernumfahrung, die nach amtlichen
Unterbrechungen lange den Anwohnern eine Behinderung darstellt, fordern
die Kerbburschen den zügigen Weiterbau der Gasse. Wie jedes Jahr wird
für Kerbborsche Werbung in Sachen Nachwuchs gemacht, so rief
Kerbspruchredner Daniel Rauschenberger auf, das alle Arbeitslosen sich
als Kerbbursche zur Verfügung stellen sollen.
Viel Aufmerksamt für die Ringelsocken
Die in den Nachkriegsjahren entstandene Gruppe mit dem Namen
Ringelsocken, ein Nebenprodukt des AV Schaafheim mit Betreuer Hans
Landrock und Team zeigte wieder vollendete Bühnenstücke mit
akrobatischen Höhepunkten. Der über zwanzig Minuten dauernde Auftritt
wird immer wieder gern gesehen und erntet viel Beifall. Besonders mit
dem müden Karl, der plötzlich keine Lust mehr hat, wird mit Wasser und
Luftpumpe wieder aufgerichtet.
Olympiade zur Kerb
Ein neuer Unterhaltungsbereich wurde vor ein paar Jahren neu ins
Kerbprogramm aufgenommen. In leichten Übungen wie Mülltonne fahren mit
Last, Getränke-Kasten-Lauf mit Stapeln oder der Basketkorb - Treffer
sowie die Bälle in die Bütt fanden viel Anerkennung und Belustigung.
Teilgenommen haben die Vereine Sängervereinigung 1879 Schaafheim, der
TV Schaafheim, die Gruppe der Feuerwehr Schaafheim, die
Ringelsockengruppe. Am Schluss hatte die Gruppe des TV die Nase vorne
und gewann einen schönen Sachpreis. Moderiert wurde die Olympiade vom
Vorsitzenden des AV Karlheinz Hartl. Im Schiedsgericht saßen Maria
Bertram und Schwager Herbert Bertram.
Kerbfrühschoppen am Montag
Immer wieder beliebt ist der montägliche Frühschoppen zur Kerb. Der
Ausschank zur Happy Hour um die Mittagszeit ist immer wieder ein
enormer Anziehungsmagnet. Dazu hilft die Tradition in Schaafheim, das
sich fast jeder zur Kerb beurlauben lässt, um dieses Ereignis nicht zu
versäumen. Den ganzen Tag wird zünftig gespeist und gebechert. Zur
Unterhaltung sorgten die Zwei für alle Fälle.
Ausklang mit den KIWIS
Solch ein Kerbereignis will natürlich auch abgeschlossen sein und so
wird am Montag Resümee gezogen und viele Themen diskutiert. Viele
Gläser haben die Kerb nicht überlebt und deshalb will man sich zur
nächsten Kerb etwas einfallen lassen um diesen Frusttrieb etwas zu
unterbinden. Mit vielen bekannten Melodien unterhielten die KIWIS mit
Sängerin Miriam das volle Zelt.
Die nächste Kerb steht in Radheim und so ist der Jahresablauf vorgegeben.